Bei der Weihnachtsfeier in Gedanken „dahoam“

Einen stimmungsvollen Nachmittag mit Musik und weihnachtlichen Geschichten aus dem Böhmerwald versprach die Einladung des Fördervereins Böhmerwaldmuseum Passau. Und in der Tat: Die etwa fünfzig Besucher, die sich am 29. November auf der Veste Oberhaus eingefunden hatten, wurden nicht enttäuscht.
Franz Payer, der Vorsitzende des Vereins, begrüßte die Gäste. Sein besonderer Gruß galt Gerold Scheiber, einem Verwandten des Geistlichen Joachim Scheiber, der mit einer Abordnung aus Baden – Württemberg angereist war. Gerold Scheiber hatte im Namen aller Verwandten dem Böhmerwaldmuseum jüngst ein Konvolut aus Joachim Scheibers Nachlass gestiftet, das u.a. ein Missale Romanum, einen Kelch mit Zubehör sowie einige Fotografien und Dokumente enthält. Joachim Scheiber stammte aus Schönau (*1859), wurde 1883 im Linzer Dom zum Priester geweiht, war Seelsorger in Gallneukirchen, Peilstein, Leopoldsschlag und Andorf und wirkte ab 1890 als Stadtpfarrer und Dechant in Schärding. Er war Ehrenbürger dieser Stadt und verstarb dort 1945.

 

Die Instrumentalgruppe unter Leitung von Anna Falkner aus Waldkirchen eröffnete die adventliche Sitzweil.

 

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Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so ruhig war es im Raum, als Franz Payer mit dem Vortrag verschiedener Texte begann.

 

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Diese stammten aus der Feder von Adalbert Stifter (Oberplan), Hans Watzlik (Unterhaid) und Anna Kangler (Andreasberg). Die Geschichten zeichneten Bilder der verlorenen Heimat aus längst vergangenen Zeiten, erzählten vom kargen Leben und der harten Arbeit im Böhmerwald, von freudigen und leidvollen Ereignissen und – wie konnte es an diesem Nachmittag anders sein – von Weihnachten „dahoam". Immer wieder tauchte da in den Erzählungen das „Gulder Rössl" auf, das den prächtigen Schlitten des Christkindes zog. Groß war die Freude, wenn das Christkindl über Nacht „eingelegt" (=beschert) hatte und die Kinder bei ihrem Erwachen die bescheidenen Gaben und den geschmückten Christbaum in der Stube vorfanden. (Das Wort „einlegen" erinnert daran, dass den Kindern früher die Weihnachtsgaben in Teller, Schüsseln oder Körbchen gelegt wurden).

 

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Es waren besinnliche, zum Teil auch zum Schmunzeln anregende Geschichten, die Franz Payer vortrug, untermalt von passenden Musikstücken. Mit dem ge -meinsamen Singen von Advents – und Weihnachtsliedern aus dem Böhmerwald mit Instrumentenbegleitung klang die Sitzweil aus.

Franz Payer bedankte sich im Namen aller Anwesenden bei Frau Dr. Lechner vom Oberhausmuseum für die Gesamtorganisation, bei Frau Stühler und dem Hausmeister für die Ausgabe von Glühwein und Gebäck sowie bei den Musikerinnen.

 

Ich danke Dir, lieber Franz Payer, für Deine aus Birkenholzscheiten gefertigten Christbäumchen und die zusammen mit Deiner Frau Maria geflochtenen Kränze, mit deren Verkauf dem Böhmerwaldmuseum 150 Euro zuflossen. Du hast es auch diesmal wieder verstanden, uns mit deinen Erzählungen über den Kamm des Dreisessels hinüberträumen und unsere Erinnerungen an die Weihnachtszeit „dahoam" aufleben zu lassen. Auch dafür unser aller Dank!

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