Bundesseminar im Adolf-Webinger-Haus

Traditionell begann unser Seminar am Dienstag, dem 22.4.2014, mit einer kurzen Einstimmung am Mahnmal. Bei der offiziellen Seminareröffnung nach dem Abendessen konnte unser bewährter Seminarleiter und stellv. Bundesvorsitzender Gustl Riedl 36 Teilnehmer begrüßen, die sich bei der Vorstellungsrunde auch Gedanken über Mundartausdrücke machen mussten. Zu hochdeutschen Wörtern sollten die entsprechenden Übersetzungen im heimatlichen Dialekt gefunden werden, schnell stellte sich dabei heraus, dass dieser durchaus nicht einheitlich im Böhmerwald war.

 

Gruppenfoto1

 


Am Mittwochmorgen wurden wir dann richtig wach durch das Singen mit Renate Slawik. Sie hatte eine Auswahl von Liedern zusammengestellt, die wir während des gesamten Seminars immer wieder sangen, was uns erfrischte und erholsam war, damit wir danach wieder konzentriert den Referaten folgen konnten. Im Anschluss daran ließ Inge Schweigl, die beim diesjährigen Sudetendeutschen Tag den Volkstumspreis bekommen wird, teilhaben an ihrem reichen Fundus an Böhmerwäldler Mundartausdrücken rund um die Küche. Die Zuhörer wurden mit einbezogen, sodass es sehr kurzweilig war.
Am Nachmittag erzählte uns Erhard Pöschko von seinen Erlebnissen, die er während seiner „Pilgerreise" auf dem Jakobsweg hatte. In 30 Etappen war er mit seiner Frau von Frankreich bis Santiago de Compostella gewandert. Bilder verdeutlichten seinen Vortrag, der sehr persönlich und beeindruckend war. Auch die Geschichte des Jakobsweges wurde erläutert, der schon vor 1000 Jahren Europa verband und auch durch den Böhmerwald führt z.B. von Budweis über Krummau und Friedberg nach Stift Schlägel und weiter über Österreich, die Schweiz nach Frankreich, dem heutigen Ausgangsland des modernen Jakobsweges.
Nach einer kleinen Pause referierte Bundesvorsitzender Ingo Hans zum Thema „Die Zukunft des Deutschen Böhmerwaldbundes". Er sprach über seine Sorgen, die vor allem dem weiteren Bestand des Verbandes gelten, der eine Volksgruppe vertritt, die keinen eigenen Heimatraum mehr hat und deren nachfolgenden Generationen in ihren jetzigen Umgebungen integriert sind und die Herkunftsheimat ihrer Familien nur vom Erzählen oder kurzen Besuchen kennen. Die Anliegen der Erlebnisgeneration können sie nicht mehr in gleichem Maße vertreten und es müssen Überlegungen angestellt werden in welcher Form der Verband weiter arbeiten soll und kann. Ingo bat alle Seminarteilnehmer, sich darüber Gedanken zu machen, das Thema in ihren Heimatgruppen anzusprechen und auch potentielle Nachfolger für die jetzige Bundesspitze zu suchen. In der sich anschließenden Diskussion wurden einige Vorschläge gemacht und vor allem ein Motivationspapier für die Heimatgruppen gefordert. Auch dafür müssen Vorschläge von allen Seiten kommen. Kurz wurde dann noch das Programm des diesjährigen Jakobitreffens vorgestellt.


Der Ausflug am Donnerstag war ein Höhepunkt der Seminartage. Unter der ortskundigen Leitung von Lm. Erwin Wierer führte er uns in den Kreis Neuern zu Orten, die die wenigsten kannten, von Eisenstein, vorbei am Spitzberg-Skigebiet nach Eisenstraß, schöne alte Hotels stehen leer. Über eine mit Schlaglöchern übersäte Straße gelangten wir in den Ort Hammern, dessen Kiche im neuen Glanz erstrahlt und dessen Friedhof zu einem besonderen Gedenkplatz gestaltet wurde. Bei der Weiterfahrt über Neuern sahen wir die neu renovierten Häuser von Josef Blau und Hans Watzlik und gelangten zum Geburtsort von Sepp Skalitzky nach Rothenbaum. Nur noch der Grundriss der Kirche und eine Reihe von Grabsteinen erinnert an die einstmalige Ortschaft. – Alle waren sich einig, dass dieser Ausflug ganz besonders interessant war.

 

„Mahlen mit Dieter Wührl", der mit großer Wahrscheinlichkeit unser nächstjähriger Kulturpreisträger sein wird, war unser vormittäglicher Programmpunkt am Freitag. Wir lernten, wie man ein Bild aufbaut und Räumlichkeit beim Malen erzielen kann am Beispiel eines Rohrkolbens im Wasser. Zunächst übten wir mit einem Bleistift und danach kamen Pinsel und Wasserfarben zum Einsatz. Die abschließende Galerie der entstandenen Gemälde zeigte, wie viel Mühe sich alle gegeben hatten.
Da uns der Wettergott günstig gestimmt war, wurden nach dem Mittagessen einige Stunden zur freien Verfügung gestellt, was allgemein begrüßt wurde.
Der späte Freitagnachmittag war für die Hausherren des Webingerhauses reserviert. Wolfgang Stiepani und Franz Nodes vom Verein der heimattreuen Böhmerwäldler stellten die Situation des Hauses und unseres Mitteilungsblattes „Hoam!" dar. Die Belegung des Hauses sei zu Zeit einigermaßen zufriedenstellend, zumal ein neuer Partner gefunden wurde, der sieben Wochen des Jahres das Haus gebucht hat. Nach wie vor schreibt das Haus rote Zahlen, da die Gruppenstärken, auch Schulklassen, immer kleiner werden. Sicher wird ein Spendenaufruf im kommenden Jahr zur Deckung der anfallenden Kosten für notwendige Reparaturen erfolgen müssen. – Für unsere seit fast 70 Jahren erscheinende Monatszeitschrift „Hoam!" hat sich die Lage leider nicht gebessert, nach wie vor werden es immer weniger Bezieher. Deshalb wird Kontakt zu den anderen Böhmerwaldzeitschriften aufgenommen. – Mit einem schönen gemeinsamen Abschlussabend beendeten wir den Tag.

 

Und dann war schon wieder Samstag und das Seminarende. Die Schlussbesprechung am Vormittag testierte dem Seminar einen positiven, harmonischen und interes santen Verlauf. Die eine oder andere Verbesserung wurde geäußert und Vorschläge für das Seminar 2015 vorgebracht. Unser aller Dank gilt dem umsichtigen Seminarleiter Gustl Riedl und der hervorragenden Küche von Veronika Hohenwarter und ihrem Team sowie allen die zum Gelingen des Seminars beigetragen haben.
(Bericht nach Protokoll von Traudl Wolfgang )

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